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21.06.2014
Frank Schirrmacher, der Feuilletonkleindenker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der fälschlicherweise oft als Vordenker bezeichnet wird, aber höchstens ein Nachdenker und Schwachdenker ist, hat einen Bestseller geschrieben. Damit wäre alles gesagt, denke ich, das brennende Schirrmacherbuch in meinem Kamin betrachtend. Das Buch habe ich nicht …
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01.06.2014
«Das Gesindel besichtigt ‹Sehenswürdigkeiten›. Noch immer wird also bloß gefragt, ob das Grab Napoleons würdig sei, von Herrn Schulze gesehen zu werden, und noch immer nicht, ob Herr Schulze des Sehens würdig sei.»
—Karl Kraus
Gestern schaute ich mir in St. Petersburg die wunderbare Isaakskathedrale an. Dazu stellte ich mich an eine überraschend …
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19.05.2014
Er geht morgens aus dem Haus und sieht aufgemotzte Autos davor parkiert, sie sind hässlich. Er läuft die Strasse entlang an Einfamilienhäusern vorbei, sie sind geschmacklos. An manchen von ihnen sind Wintergärten angebaut, sie sind scheusslich. Ihm kommen nach der neuesten sogenannten Mode gekleidete und einen Rollkoffer hinter sich herziehende …
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18.05.2014
Warum müssen eigentlich Lehrmittel immer hässlich sein? Egal wie motiviert ich bin, mich mit einer Fremdsprache oder einem anderen (schulischen) Gegenstand auseinanderzusetzen: sobald ich ein Lehrbuch öffne, vergeht mir die Lust am Lernen. Sprachbücher sind meistens in verschiedenen Farben in einer schlecht lesbaren Schrift gesetzt und auf …
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02.04.2014
Da liest einer zum Morgenkaffee Humes Erkenntniskritik, langweilt sich tagsüber im Büro, erheitert sich am abends beim Besäufnis mit Arbeitern, kehrt heim, wo ihm Jean Pauls Vorschule der Ästhetik (Tredition Classics, 514 Seiten) in die Hände fällt, schlägt es auf und liest darin:
«Die bestimmtesten besten Charaktere eines Dichters sind daher zwei …
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02.04.2014
In seinem frühen Werk Die Geburt der Tragödie (aus dem Geiste der Musik) unterscheidet Friedrich Nietzsche zwischen zwei Momenten der griechischen Tragödie: Dem Apollinischen und dem Dionysischen. Das Apollinische, durch den Gott Apollo repräsentiert, umfasst die bildende Kunst: Gemälde, Skulpturen, Architektur – alles, was Bewegung in etwas festes …
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28.03.2014
Von Besuchern werde ich gelegentlich gefragt, ob ich denn all die Bücher in meiner Bibliothek schon gelesen habe. Nein, die meisten davon habe ich noch nicht gelesen. Vielleicht einen Drittel davon, wahrscheinlich weniger. Gelesene Bücher gebe ich oft weg, wenn ich sie nicht erneut lesen will. Weiter befinden sich Nachschlagewerke, …
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07.01.2014
Es ist erstaunlich, wie oft man sich für seine Lebensweise und Interessen rechtfertigen muss. Warum Russisch? Warum Französisch? Warum nach Paris, nach Moskau? Warum zu Fuss gehen, wenn es mit dem Fahrrad schneller ginge? Warum freiwillig etwas lernen? Warum dieses oder jenes Buch lesen? Warum ein Musikinstrument spielen? (Warum dieser Text?) Diese …
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31.12.2013
Was bedeutet das Wort «Smalltalk»? Man braucht gar nicht lange nach einer eine Definition zu suchen, denn die wortwörtliche Übersetzung ins Deutsche – Kleingerede – gibt den Sachverhalt zutreffend wieder. Es wird etwas geredet, und zwar etwas Kleines, es wird im Kleinen geredet, meistens etwas Kleinbürgerliches oder Kleingeistiges. Es muss nicht …
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08.12.2013
Nassim Taleb rät dazu, einen grossen Teil seines Geldes (neunzig Prozent oder mehr) in sichere Anlagen zu investieren, z.B. in Schweizer Staatsanleihen. Den Rest (also etwa zehn Prozent) soll man hochspekulativ anlegen, indem man etwa auf den Zusammenbruch von Währungen oder auf einen Staatsbankrott spekuliert. Wir wissen nicht, wie sich die …