Winterspaziergang
Vom Wandeln auf alten Spuren
Gehen wir bei frischem Schnee auf einem Weg im Wald, und gehen wir denselben Weg zweimal in gleicher Richtung, also im Kreis, wandeln wir auf unseren Spuren. Versuchen wir, diesen Spuren zu folgen; setzen wir jeden unserer Schritte in einen bereits hinterlassenen Fussabdruck, erscheinen uns diese Bewegungen als unnatürlich, sind auch diese unsere Spuren noch keine Stunde alt. Die gemachten Schritte erscheinen uns bald als zu lang, bald als zu kurz, schlagen seltsame Richtungen ein und verlaufen so unregelmässig, dass uns das Befolgen der Spur anstrengt und uns bald erschöpft. Als wir diese Spuren in den Schnee setzten – es ist noch keine Stunde her – fühlten sich unsere Bewegungen ganz natürlich an. Erst, wenn wir auf den Pfaden unserer Vergangenheit wandeln, wird die Bewegung unnatürlich, verkrampft und mühsam. Erfahren wir solches beim Wandeln auf fremden Spuren, verwundert uns dies nicht weiter. Doch erscheinen uns unsere eigenen Spuren schon nach der kürzesten Zeit als die Spuren eines Fremden, denen wir überhaupt nicht mehr folgen können und bald nicht mehr folgen wollen.
Beschreiten wir unsere alten Pfade, müssen wir unsere Spuren zertrampeln.