<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Notes on paedubucher.ch</title><link>https://www.paedubucher.ch/tags/notes/</link><description>Recent content in Notes on paedubucher.ch</description><generator>Hugo</generator><language>en-us</language><lastBuildDate>Tue, 20 Jan 2015 00:00:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.paedubucher.ch/tags/notes/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Entrümpeln</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/entruempeln/</link><pubDate>Tue, 20 Jan 2015 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/entruempeln/</guid><description>&lt;p&gt;Das Weggeben seines Besitzes und Gerümpels ist ein schrittweiser Prozess. Ich räumte meinen Kleiderschrank auf und mistete ihn recht radikal aus – wie ich damals meinte. Doch zwei Wochen später konnte ich noch einmal eine etwas geringere, aber dennoch stattliche Menge an Kleidern loswerden und dem Altkleidercontainer anvertrauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man nimmt einen Gegenstand, den man noch zu benötigen glaubt, aus seinem Schrank, Büchergestell oder sonstwoher, ist sich beim Weggeben oder Entsorgen zunächst nicht sicher, ob man das Ding vielleicht nicht doch noch gebrauchen könnte – und trennt sich schliesslich unwiederbringlich davon. Eine Woche später kann man sich dann kaum noch daran erinnern, was man damals eigentlich alles weggegeben oder entsorgt hat. Man kommt doch ohne all diese Gegenstände aus, wodurch die Bereitschaft auf ein neuerliches Weggeben und Entsorgen gesteigert wird.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wörter statt Bilder</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/woerter-statt-bilder/</link><pubDate>Sat, 20 Sep 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/woerter-statt-bilder/</guid><description>&lt;p&gt;Vor einigen Jahren besuchte ich einen Fremdsprachenkurs an einer Universität. Dort wurde viel gesprochen, wenig geschrieben; viel gehört, wenig gelesen; viel gestikuliert, wenig konjugiert; teilweise sogar gesungen, aber kaum konjugiert ‒ viel interagiert, wenig konzentriert. Ich habe den Kurs nach wenigen Wochen aufgegeben, da ich weder Fortschritte bei mir feststellen noch Motivation zum Lernen aufbringen konnte. Es mag Leute geben, die sich eine Sprache «spielerisch» aneignen können. Ich gehöre nicht dazu. Nun mag es sein, dass bestimmte «spielerische» Lernmethoden &lt;em&gt;für mich&lt;/em&gt; nicht funktionieren, ich hege aber den Verdacht, dass einige dieser Methoden &lt;em&gt;überhaupt nicht&lt;/em&gt; funktionieren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Konzentration</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/konzentration/</link><pubDate>Thu, 03 Jul 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/konzentration/</guid><description>&lt;p&gt;Je länger ich mich mit allen möglichen Problemen befasse, desto öfters komme ich zum Schluss, dass mangelnde Konzentration der Ursprung allen Übels ist. Das Schulsystem ist kaputt, weil in den Klassenzimmern nicht mehr konzentriert gelernt, sondern die Zerstreuung unter dem Decknamen der «Gruppenarbeit» zelebriert wird. An den Arbeitsplätzen scheitern Vorhaben, weil die Angestellten nicht uneingeschränkt konzentriert an ihnen arbeiten können, sondern sich bei allzuvielen Vorhaben verzetteln. Das Unbefriedigende im Umgang mit anderen Menschen ist die fehlende Konzentration auf das Gegenüber. Ständig wird einem dreingeredet und sprunghaft das Thema gewechselt, weil sich Leute nicht beherrschen können. Mangelnde Beherrschungsfähigkeit ist Ausdruck der Konzentrationslosigkeit schlechthin! Technische Einrichtungen gehen oftmals daran zu Grunde, dass sie derart kompliziert konzipiert sind, dass sie schon bald niemand mehr versteht. Einfachheit ist Konzentration auf das Wesentliche, Komplexität ist Verzettelung im Unwichtigen. Auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen stösst man oftmals mit Leuten zusammen, die ihren Blick nicht in den Raum und auf die Passanten richten, sondern mit auf ihr Smartphone gesenktem Blick durch die Gegend schleichen. Viele Autounfälle geschehen nur deswegen, weil sich der Fahrer nicht auf den Verkehr konzentriert, sondern telefoniert, am Autoradio herumfummelt, oder sich sonstwie ablenkt und ablenken lässt. Überall Zerstreuung, Multitasking, Hektit, nirgends Konzentration!&lt;/p&gt;</description></item><item><title>St. Petersburg – ohne Checkliste</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/st-petersburg-ohne-checkliste/</link><pubDate>Sun, 01 Jun 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/st-petersburg-ohne-checkliste/</guid><description>&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;«Das Gesindel besichtigt ‹Sehenswürdigkeiten›. Noch immer wird also bloß gefragt, ob das Grab Napoleons würdig sei, von Herrn Schulze gesehen zu werden, und noch immer nicht, ob Herr Schulze des Sehens würdig sei.»&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;—Karl Kraus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gestern schaute ich mir in St. Petersburg die wunderbare &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isaakskathedrale"&gt;Isaakskathedrale&lt;/a&gt; an. Dazu stellte ich mich an eine überraschend kurze Warteschlange vor die Kasse, die ebenso überraschend langsam voran kam. Ich weiss nicht, was die Herrschaften vor mir mit der Kassiererin zu debattieren hatten, aber ein einziger auf Russisch zusammengestammelter Satz meinerseits genügte für die gesamte Transaktion. Ich war 650 Rubel ärmer und zwei Eintrittskarten reicher: die eine für die Kathedrale, die andere für den Säulengang, von welchem aus sich eine wunderbare Aussicht über das sehr flache und kaum mit hohen Bauten verschandelte Zentrum St. Petersburgs eröffnet. Dort oben fiel mir aber das Geniessen der Aussicht äusserst schwer, da ich mich ständig davor hüten musste, nicht zwischen die Leute am Geländer und diejenigen zu treten, die ihre am Geländer stehenden Mitreisenden fotografieren wollten, oder aber selber auf einer Abbildung irgend eines verfetteten, bauchtäschchentragenden Ehepaars aus dem süddeutschen Raum verewigt zu werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Alltagshoelle</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/alltagshoelle/</link><pubDate>Mon, 19 May 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/alltagshoelle/</guid><description>&lt;p&gt;Er geht morgens aus dem Haus und sieht aufgemotzte Autos davor parkiert, sie sind hässlich. Er läuft die Strasse entlang an Einfamilienhäusern vorbei, sie sind geschmacklos. An manchen von ihnen sind Wintergärten angebaut, sie sind scheusslich. Ihm kommen nach der neuesten sogenannten Mode gekleidete und einen Rollkoffer hinter sich herziehende Schüler entgegen, sie wirken albern. Er setzt sich in einen Zug auf ein blau-grünes mit Frühstückresten übersähtes Sitzpolster, es ist widerlich. Die Mitreisenden lesen Gratiszeitungen, sie sind primitiv. Darin sind belanglose Meldungen über das Privatleben fremder und sogenannt prominenter Leute abgedruckt, es ist pervers. Hinter ihm erörtert jemand Beziehungsprobleme am Handy, es ist peinlich. Und ein anderer trinkt einen Energy-Drink, es riecht eklig. Am Endbahnhof angekommen steigt er aus dem Zug aus und geht an einer ihrem perversen Fotografiertrieb fröhnenden Touristengruppe vorbei, sie wirken lächerlich. Sie fotografieren sich und andere Scheusslichkeiten und nehmen dabei den ganzen öffentlichen zum Zweck des Fussgängerverkehrs eingerichteten Raum für sich ein, es ist mühsam. Er verlässt den Bahnhof und sieht die Erzeugnisse moderner Architektur, sie ist langweilig. Er läuft über ein von Rentnermassen verstopftes Trottoir an einem Busparkplatz vorbei, es ist eine Plage. Diese begeben sich als Ausdruck ihrer senilen Konsumtorschlusspanik auf eine Reise in das für seine günstigen Einzelhandelspreise bekannte benachbarte Ausland, es ist abstossend. Er kommt am Arbeitsplatz an, dort ist es dreckig. Er arbeitet den ganzen Tag mit schlampig zusammengeschusteter und schlecht funktionierender Software, es ist zermürbend. Am Abend, nachdem er noch einmal die Stadthölle und die Bahnhofshölle und die Einfamilienhaushölle ‒ und also die &lt;em&gt;Alltagshölle&lt;/em&gt; hinter sich gelassen hat, hört er sich etwas von Bach an, und es ist schön. Und er ist gerettet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Scheussliche Lehrmittel</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/scheussliche-lehrmittel/</link><pubDate>Sun, 18 May 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/scheussliche-lehrmittel/</guid><description>&lt;p&gt;Warum müssen eigentlich Lehrmittel immer hässlich sein? Egal wie motiviert ich bin, mich mit einer Fremdsprache oder einem anderen (schulischen) Gegenstand auseinanderzusetzen: sobald ich ein Lehrbuch öffne, vergeht mir die Lust am Lernen. Sprachbücher sind meistens in verschiedenen Farben in einer schlecht lesbaren Schrift gesetzt und auf glänzendes Papier gedruckt, woran die Tinte abperlt und beim Zuklappen des Buches auf der gegenüberliegenden Seite verschmiert. Es finden sich darin allerlei Tabellen, Infokästen, Piktogramme, Listen, Gegenüberstellungen und sonstige für den Bereich des Sprachlichen völlig deplatzierte Gestaltungselemente. Die freigelassenen Räume in Lückentexten sind meist so knapp bemessen, dass die Lösungen niemals in sie hineinpassen, sodass nach der Bearbeitung einer solchen Aufgabe nur noch eine unlesbare Schmiererei übrig bleibt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bipolarität</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/bipolaritaet/</link><pubDate>Wed, 02 Apr 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/bipolaritaet/</guid><description>&lt;p&gt;Da liest einer zum Morgenkaffee Humes Erkenntniskritik, langweilt sich tagsüber im Büro, erheitert sich am abends beim Besäufnis mit Arbeitern, kehrt heim, wo ihm Jean Pauls &lt;em&gt;Vorschule der Ästhetik&lt;/em&gt; (Tredition Classics, 514 Seiten) in die Hände fällt, schlägt es auf und liest darin:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;«Die bestimmtesten besten Charaktere eines Dichters sind daher zwei alte, gepflegte, mit seinem Ich geborne Ideale, die beiden idealen Pole seiner wollenden Natur, die vertiefte und erhabne Seite seiner Menschheit. Jeder Dichter gebiert seinen besondern Engel und einen besondren Teufel; der dazwischenfallende Reichtum von Geschöpfen oder die Armut daran sprechen ihm seine Grösse entweder zu oder ab.»&lt;/em&gt; (Seite 207)&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Geburtstag</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/geburtstag/</link><pubDate>Wed, 02 Apr 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/geburtstag/</guid><description>&lt;p&gt;In seinem frühen Werk &lt;em&gt;Die Geburt der Tragödie (aus dem Geiste der Musik)&lt;/em&gt; unterscheidet Friedrich Nietzsche zwischen zwei Momenten der griechischen Tragödie: Dem Apollinischen und dem Dionysischen. Das Apollinische, durch den Gott Apollo repräsentiert, umfasst die bildende Kunst: Gemälde, Skulpturen, Architektur – alles, was Bewegung in etwas festes bannt. Die dionysischen Künste hingegen, repräsentiert durch den Gott Bacchus Dionysos, sind lebendig: Gesang, Theater, Tanz. Das dynamische bleibt in Bewegung. Das Apollinische konserviert, das Dionysische erneuert. Der frühe Nietzsche, ein Anhänger Schopenhauers, führt das menschliche Handeln – dionysisches wie apollinisches – auf einen Willen zum Leben zurück. Doch wie können zwei so gegensätzliche Momente wie das Apollinische und das Dionysische aus dem gleichen Trieb heraus entstehen?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Bücher lagern</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/buecher-lagern/</link><pubDate>Fri, 28 Mar 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/buecher-lagern/</guid><description>&lt;p&gt;Von Besuchern werde ich gelegentlich gefragt, ob ich denn all die Bücher in meiner Bibliothek schon gelesen habe. Nein, die meisten davon habe ich noch nicht gelesen. Vielleicht einen Drittel davon, wahrscheinlich weniger. Gelesene Bücher gebe ich oft weg, wenn ich sie nicht erneut lesen will. Weiter befinden sich Nachschlagewerke, Literaturgeschichten, Lexika, Gesamtausgaben und Wörterbücher in meiner Bibliothek, die ich nicht durchlese, sondern gelegentlich konsultiere oder ein paar Abschnitte, Seiten oder Kapitel darin lese.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Rechtfertigung</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/rechtfertigung/</link><pubDate>Tue, 07 Jan 2014 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/rechtfertigung/</guid><description>&lt;p&gt;Es ist erstaunlich, wie oft man sich für seine Lebensweise und Interessen rechtfertigen muss. Warum Russisch? Warum Französisch? Warum nach Paris, nach Moskau? Warum zu Fuss gehen, wenn es mit dem Fahrrad schneller ginge? Warum freiwillig etwas lernen? Warum &lt;em&gt;dieses&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;jenes&lt;/em&gt; Buch lesen? Warum ein Musikinstrument spielen? (Warum dieser Text?) Diese Fragen scheinen zunächst harmlos, können sie doch als reine Interessensbekundung gedeutet werden. Doch der Fragende ist selten interessiert, sondern &lt;em&gt;irritiert&lt;/em&gt;. Die Antwort, dass man etwas tue, weil es einem gefalle, befriedigt den irritierten Fragenden nicht, höchstens den interessierten. Erst wenn der sich Rechtfertigende einen Grund genannt hat, der dem (irritierten) Fragenden als Rechtfertigung genügt, lässt dieser locker. Russisch und Französisch könnten sich beruflich als nützlich erweisen. Mit einem Photo in Paris vor dem Louvre oder in Moskau auf dem Roten Platz (mit Sandalen, Regenschutz, Bauchtäschchen und Fotoapparat um den Hals!) kann man sich als Kosmopolit und Kulturmensch darstellen. Zu Fuss gehen ist gut für die Gesundheit. Etwas zu lernen kann einem im Beruf weiterbringen. Manche Bücher ebenfalls. (Aber doch nicht &lt;em&gt;solche&lt;/em&gt; Bücher!) Mit einem Musikinstrument könnte man irgendwo auftreten. (Und dieser Text dient ja offensichtlich der Rechtfertigung!) Nassim Taleb bezeichnet solche Rechtfertigungen als &lt;em&gt;sucker narrative&lt;/em&gt;, wobei der Rechtfertigung Fordernde der &lt;em&gt;sucker&lt;/em&gt; ist. Erst wenn eine Rechtfertigung in seine Lebenskonzeption (in sein &lt;em&gt;Narrativ&lt;/em&gt;) passt, wird sie akzeptiert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Smalltalk</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/smalltalk/</link><pubDate>Tue, 31 Dec 2013 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/smalltalk/</guid><description>&lt;p&gt;Was bedeutet das Wort «Smalltalk»? Man braucht gar nicht lange nach einer eine Definition zu suchen, denn die wortwörtliche Übersetzung ins Deutsche – &lt;em&gt;Kleingerede&lt;/em&gt; – gibt den Sachverhalt zutreffend wieder. Es wird etwas geredet, und zwar etwas Kleines, es wird &lt;em&gt;im Kleinen&lt;/em&gt; geredet, meistens etwas Kleinbürgerliches oder Kleingeistiges. Es muss nicht etwas besonders Dummes sein, nein, dumm reicht schon, besonders muss es nicht sein. Das dumme Daherreden fällt einem besonders leicht, wenn man sich der Flachheit des Geäusserten nicht bewusst ist. Für den Kleinredner ist das Reden im Kleinen wie für den Fisch das Schwimmen im Wasser. Der Kleinredner kann sich nicht im Grossen äussern, wie der Fisch nicht an Land gehen kann.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Lesen und Lernen nach Nassim Talebs Barbell-Strategie</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/lesen-lernen-nach-nassim-talebs-barbell-strategie/</link><pubDate>Sun, 08 Dec 2013 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/lesen-lernen-nach-nassim-talebs-barbell-strategie/</guid><description>&lt;p&gt;Nassim Taleb rät dazu, einen grossen Teil seines Geldes (neunzig Prozent oder mehr) in sichere Anlagen zu investieren, z.B. in Schweizer Staatsanleihen. Den Rest (also etwa zehn Prozent) soll man hochspekulativ anlegen, indem man etwa auf den Zusammenbruch von Währungen oder auf einen Staatsbankrott spekuliert. Wir wissen nicht, wie sich die Finanzmärkte entwickeln werden. Bleiben sie stabil, ist der grösste Teil des Vermögens sicher angelegt und wirft moderate Zinsen ab. Kommt es zu Verwerfungen an den Finanzmärkten, zahlt sich die Spekulation auf das unwahrscheinliche Ereignis (der Zusammenbruch einer Währung, der Bankrott eines Staates) aus. Taleb bezeichnet eine solche Strategie als &lt;em&gt;Barbell-Strategie&lt;/em&gt;, zu deutsch «Hantel-Strategie». Bei einer Hantel sind die Gewichte aussen an den Stangenenden angebracht, also an den beiden &lt;em&gt;Extremen&lt;/em&gt; der Hantelstange. Taleb rät, unser Geld ebenso extrem auf verschiedene Anlagen zu verteilen: &lt;em&gt;geringstes Risiko&lt;/em&gt; einerseits, &lt;em&gt;höchstes Risiko&lt;/em&gt; andererseits. (Die Metapher schwächelt, soll man doch auf der einen Seite einen sehr grossen Teil in sichere Anlagen, auf der anderen Seite aber nur einen kleinen Teil in spekulative Anlagen investieren, und nicht das Geld gleichmässig verteilen wie die Gewichte auf eine Hantel.) Wir wissen nicht, wie sich die Zukunft entwickeln wird, wir sind aber auf alle Fälle vorbereitet: wir sind &lt;em&gt;antifragil&lt;/em&gt; (mehr dazu in Nassim Talebs Buch &lt;em&gt;Antifragile: Things That Gain from Disorder&lt;/em&gt;, Random House 2012, 544 Seiten).&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Winterspaziergang</title><link>https://www.paedubucher.ch/articles/winterspaziergang/</link><pubDate>Sun, 01 Dec 2013 00:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.paedubucher.ch/articles/winterspaziergang/</guid><description>&lt;p&gt;Gehen wir bei frischem Schnee auf einem Weg im Wald, und gehen wir denselben Weg zweimal in gleicher Richtung, also im Kreis, wandeln wir auf unseren Spuren. Versuchen wir, diesen Spuren zu folgen; setzen wir jeden unserer Schritte in einen bereits hinterlassenen Fussabdruck, erscheinen uns diese Bewegungen als unnatürlich, sind auch diese unsere Spuren noch keine Stunde alt. Die gemachten Schritte erscheinen uns bald als zu lang, bald als zu kurz, schlagen seltsame Richtungen ein und verlaufen so unregelmässig, dass uns das Befolgen der Spur anstrengt und uns bald erschöpft. Als wir diese Spuren in den Schnee setzten &amp;ndash; es ist noch keine Stunde her &amp;ndash; fühlten sich unsere Bewegungen ganz natürlich an. Erst, wenn wir auf den Pfaden unserer Vergangenheit wandeln, wird die Bewegung unnatürlich, verkrampft und mühsam. Erfahren wir solches beim Wandeln auf fremden Spuren, verwundert uns dies nicht weiter. Doch erscheinen uns unsere eigenen Spuren schon nach der kürzesten Zeit als die Spuren eines Fremden, denen wir überhaupt nicht mehr folgen können und bald nicht mehr folgen wollen.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>